Dudelsack
Sackpfeife, Marktsackpfeife
Das Leitinstrument der Szene. Ein Luftsack hält den Druck konstant, sodass der Ton nie abreißt; dazu liegen ein oder zwei Bordunpfeifen als Dauerton darunter. Weil eine Sackpfeife weder leiser noch lauter gespielt werden kann, gibt sie einer Band ihre Lautstärke faktisch vor - der Grund, warum Mittelalter-Bands mit Dudelsack auch ohne Verstärker über einen ganzen Marktplatz zu hören sind.
Drehleier
Radleier, vielle à roue
Ein Streichinstrument, bei dem ein harzbestrichenes Holzrad die Saiten anstreicht, während eine Klaviatur die Melodiesaite abgreift. Eine Schnarrsaite auf einem losen Steg erzeugt beim Beschleunigen der Kurbel den charakteristischen Rhythmus. Bei Schelmish gehörte die Drehleier zum Instrumentarium von Dextro und später von Amsel von Nydeggen.
Nyckelharpa
Schlüsselfidel
Schwedischer Verwandter der Drehleier, aber mit Bogen gestrichen. Unter den Melodiesaiten liegen Resonanzsaiten, die frei mitschwingen und den Klang tragen. In der deutschen Szene seltener als Sackpfeife und Drehleier, dafür immer dann zu hören, wenn es ruhiger und lyrischer werden soll.
Schalmei
Bombarde, Rauschpfeife
Ein Doppelrohrblattinstrument und der direkte Vorfahr der Oboe, nur ungleich lauter und schneidender. In den Besetzungslisten von Schelmish taucht sie durchgehend auf, oft in einem Atemzug mit Bombarde und Rauschpfeife, die zur selben Familie gehören.
Trommel
Davul, Darbuka, Rahmentrommel
Die Basis, auf der alles andere steht. Das türkische Davul mit seinen zwei Fellen und dem tiefen Schlegelton ist in der Szene ebenso verbreitet wie die Darbuka und die flache Rahmentrommel. Bei Schelmish spielten mehrere Mitglieder gleichzeitig Percussion - eine Besetzung mit zwei oder drei Trommlern war keine Seltenheit.